Energiekosten sind zur Zeit eines der drängendsten Themen. Was können Unternehmen dagegen tun? Wir haben dazu Arne Rakel, technischer Berater der kostenfreien  Beratungsinitiative MVeffizient  der Landesenergie- und Klimaschutzagentur MV, befragt. 

Herr Rakel, aufgrund der steigenden Energiekosten sind Unternehmerinnen und Unternehmer händeringend auf der Suche nach Energieeinsparmöglichkeiten. Was können Sie Betrieben als schnelle Maßnahme sofort empfehlen?

Maßnahmen, die Firmen sofort und ohne viel Geld in die Hand zu nehmen, umsetzen können, sind z. B.:

  • Temperatur für Klimaanlagen erhöhen oder, wenn möglich, nachts lüften, beschatten und ausschalten
  • Warmwasser-Boiler und -Durchlauferhitzer abstellen oder WW-Durchfluss deutlich reduzieren
  • Energiesparleisten zur Abschaltung von Monitoren, Druckern und sonstigen Stand-by-Geräten einsetzen
  • Lichtsysteme optimieren (LED und Bewegungsmelder installieren) und reduzieren

Außerdem: 

  • Mitarbeiter zum effizienten Umgang mit Energie sensibilisieren und schulen
  • Nicht genutzte Firmeneinrichtungen abschalten, z. B. wenn Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten
  • Heizungssysteme optimieren (Dämmung, Wärmetauscher, Filter, Umwälzpumpen, Regelventile und Einstellungen prüfen und warten lassen und hydraulischen Abgleich durchführen)

Was sollten Firmen tun, um ihre Energiekosten und auch den CO2-Ausstoß langfristig zu senken?

Zuerst sollten Unternehmerinnen und Unternehmer feststellen, welches die größten Energieverbraucher mit den höchsten Kosten sind. Dann muss eine Einschätzung erfolgen, inwiefern diese für den Geschäftsbetrieb wirklich notwendig sind und geprüft werden, ob die Lauf- bzw. die Betriebszeit reduziert werden kann. Gleichzeitig müssen Energieverluste reduziert und wenn möglich zurückgewonnen werden, z. B. durch Wärmedämmung oder Abwärmenutzung. 

Wie sieht es mit erneuerbaren Energien aus? Lohnt sich die Anschaffung eigener Anlagen, um Strom und Wärme selbst zu erzeugen? 

Mit dem Einsatz erneuerbarer Energien lässt sich viel Geld sparen und die Abhängigkeit von Energiepreissteigerungen reduzieren oder ganz vermeiden. Zum Beispiel mit einer PV-Anlage auf dem eigenen Firmendach. Damit lassen sich fast alle Steuern, Entgelte und Abgaben vermeiden, die beim Strombezug über den Versorger anfallen und die einen Großteil des Strompreises ausmachen. Außerdem hat die Bundesregierung gerade viele bürokratische Regelungen im EEG abgeschafft und die Vergütungssätze für die Einspeisung von überschüssigem PV-Strom erhöht. Wärme hingegen lässt sich neben der direkten Umwandlung von PV-Strom in Warmwasserwärme auch sehr effizient und günstig mit einer Wärmepumpe erzeugen. Sie ist in der Lage, aus einem Teil Strom bis zu vier Teile Wärme zu erzeugen. Wer keine Möglichkeit hat, sich selbst Anlagen anzuschaffen, kann gewerbliche Stromlieferverträge mit Betreibern von Wind- und/oder PV-Anlagen abschließen oder die Versorgung an einen Contractingpartner auslagern.

Vielen Dank für das Gespräch!

Weitere individuelle Energieeinsparmaßnahmen können Sie direkt in einem kostenfreien Vor-Ort-Termin mit Arne Rakel Tel. 0385 3031640 | beratung@mv-effizient.de vereinbaren. Mehr Infos sowie Best Practice Beispiele von Unternehmen aus MV finden Sie auf der Homepage www.mv-effizient.de